#Lokalgeplänkel

👨‍🍳 Teigdesigner zu Gast 🍞 Wenn Brot mehr ist als ein Produkt - eine Mission.

Loreen Tirado, Patrick Schumann Episode 86

Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.

0:00 | 1:04:39

🎙️ Ohren auf – hier kommt was für eure Lauscher! 🎉

🎧 Eure Hosts: Loreen Tirado & Patrick Schumann sprechen über das, was gerade wirklich zählt:

📰 spannende News aus der Region, 💬 ehrliche Hintergründe und Geschichten, 📅 wichtige Termine und 🌟 Themen, die bewegen, verbinden und für Gesprächsstoff sorgen. Klar, direkt und ohne Filter – genau so, wie ihr es von ihnen kennt.

➡️ Reinhören. Abonnieren. Mitreden. Dabei sein. 💥✨

👉 podcast.lokalgeplaenkel.de


IN DIESER EPISODE

Zu Gast im Studio: Warren Nowotnick Grundig aus der Naturbackstube in Schildow.

Wir zeigen, wie ein Bäcker seine Berufung findet, das Handwerk neu denkt und eine Gemeinde mit ehrlichem Brot verbindet. Es geht um Qualität, Sättigung, realistische Öffnungszeiten und den Mut, gegen die Discounterlogik zu bestehen.

  • kalter Winterstart, lokale Termine und Events
  • Werdegang vom Industriebetrieb zum Meisterkurs
  • Sinnkrise, Neustart und die Freude der Kundschaft
  • Ankunft im Mühlenbecker Land und neue Backstube
  • Testen, Verschenken, Feedback und Sensorik
  • Sauerteigführung, Hefealter, Ofenbesonderheiten
  • Sortiment mit Fokus auf Brot und Brötchen
  • Preise, Sättigung, Gewicht und Wertschätzung
  • Öffnungszeiten, Statistik und Vorbestellungen
  • Community, Veranstaltungen und Neutralität
  • Team, Jugendliche, Ziele und Dank
  • Ausblick, Geduld und Einladung zum Dialog

Die aktuellsten Öffnungszeiten findet ihr auf Google Maps oder bei Instagram.

Aufzeichnung vom: 02.02.2026

———

📣 LGM Studios - Werde jetzt Werbepartner!

🎧 Dein Unternehmen oder Marke im Ohr unserer Hörer? Nutze unsere regionale Reichweite für deine Werbung – authentisch, lokal, wirksam. Buche jetzt Werbung im Podcast.🎙️

----

🎧 Kennst Du schon alle Podcasts von LGM Studios? Lokalnachrichten, Berufsorientierung, Realtalk und mehr – schau vorbei und verwöhne deine Ohren!
👉 podcast.lokalgeplaenkel.de

🚀 Du willst mehr über Ausbildung und Karriere in Berlin & Brandenburg erfahren? Dann hör rein bei JobSpot360 – überall wo es Podcasts gibt!
👉 JobSpot360.de

----

KONTAKT
📧 Ideen sprudeln in Eurem Kopf? Ihr wollt dabei sein? Perfekt! Schickt Eure Mail an:
👉 dialog@lokalgeplaenkel.de

🎬 Ein Podcast von LGM Studios – Podcast-Produktion aus Oberhavel
👉 LGM-Studios.de

Dies ist ein Podcast aus Leidenschaft, von uns für Euch. Alle Infos sind mit Herzblut und ohne Garantie.

Warm-up, Eisglätte Und Termine

SPEAKER_03

Hey, aufgepasst und oben gespitzt. Ihr hört Lokalgeplänke. Der Podcast mit Umen aus dem Niederbecker Land. Mit Dennis Henske und Patrick Stumann am Steuer. Starten wir eine explosive Reise durch unsere Gemeinde und drumherum. Macht euch bereit. Lacht, staubt und diskutiert mit uns. Und vor allem, hört nicht auf zu laut.

SPEAKER_04

Hallo und herzlich willkommen beim Lokalgeplänkel. An meiner Seite sitzen heute zwei hervorragende Gäste, die mich anlächeln. Auf der einen Seite habe ich einmal Lorena. Hallo Lorene. Hallo Patrick. Und als Gast heute hier im Studio ist Woren. Hallo Woren. Hoi. Loreen, lass uns, bevor wir zu Worren rüberkommen und über das Handwerk, was ihr heute hier mitgebracht habt, wo ich mich mit dir heute und ihm unterhalten möchte, ganz kurz noch zum Mühlmecker-Land kommen. Bist du gut und heil ins Studio gekommen oder bist du mittlerweile schon, so wie ich, wirklich genervt von diesen zugefrorenen Straßen und Gehwigen?

SPEAKER_00

Ich habe richtig genug vom Laufen. Es strengt so dermassen an. Es ist so mit viel Konzentration verbunden, dass mir tatsächlich langsam alles wehtut. Wer mich kennt, weiß es, ich habe einen Hund, wir sind viel unterwegs und es reicht so langsam, das Tauwetter kann kommen.

SPEAKER_04

Ich habe meine Eltern besucht und habe dann bei denen im Flur so einen kleinen Lappen gefunden und dachte, was ist das denn? Man kann sich mittlerweile so kleine Mini-Spikes, so eine Stretch-Spikes unter die Schuhe packen. Wusste ich gar nicht. Für die nächste Wintersaison werde ich mir das auch mal bestellen, aber ich hoffe, dass das so ein einmaliger Winter bleibt vielleicht und so eine Überraschung nicht nochmal kommt.

SPEAKER_00

Ich gehe schwer davon aus, wenn du es zu Hause liegen hast, werden die nächsten Winter wieder eher mild und dann hast du vergessen, dass du es hast.

SPEAKER_04

Das ist so wie früh auf der Bahn warten, sich die Zigarette anstecken und genau dann kam die Bahn oder der Bus.

SPEAKER_00

Das war im Restaurant doch auch immer so gewesen, oder? Ach komm, wir schaffen noch eine Kippe und dann kam das Essen.

SPEAKER_04

Okay, also dann läute ich dann in zwei Tagen, wenn so schnell Amazon liefern kann, das Ende dieser Eisflächen an.

SPEAKER_00

Okay, ich freue mich drauf.

SPEAKER_04

Bevor wir zu unserem Gast heute kommen, wollen wir ganz schnell noch die Termine und Events für euch, euch erzählen, die in der kommenden Woche stattfinden. Da haben wir drei Stücke auf der Liste. Das ist am Dienstag, den 10. Lorena haben wir den Hauptausschuss. Wer sich mit dem ganzen Thema Finanzen mal interessieren möchte und haben mal reinstoppern möchte. Um 18.30 Uhr ist der im Bürgersaal.

SPEAKER_00

Deswegen heißt er übrigens auch Haupt- und Finanzausschuss.

SPEAKER_04

Ah, na gut, ich tendiere da manchmal immer zum Abkürzen. Aber beim letzten Mal habe ich Dennis auch schon vorgestellt.

SPEAKER_00

Deswegen tue ich es jetzt auch.

SPEAKER_04

Oh, da kommt, da hat jemand unsere Folge, okay. Lass mich weitermachen für den Mittwoch. Ich wusste es gar nicht, aber die Tafel macht einen Lebensmittelverkauf bei uns. Und für alle, die davon betroffen sind und das brauchen oder vielleicht auch jemanden kennen und das mal empfehlen wollen. Das ist am 11. Februar von 9 bis 11 Uhr. Alle Infos dazu findet ihr auf der Seite der Gemeinde.

SPEAKER_00

Wo findet das statt, dieser Verkauf von der Tafel?

SPEAKER_04

Ich glaube im Mühltreff.

SPEAKER_00

Mir ist es auch so, als wäre ich das schon mal aus dem Mühlentreff in Mühlenbeck, aber um auf Nummer sicher zu gehen, die Seite der Gemeinde checken. Ja, genau.

SPEAKER_04

Und jetzt zum Schluss nochmal die ganzen Sportbegeisterten. Es findet der Fußball-Mühlen Club, ähm, Club, der Fußball-Mühlen Cup 2026 statt. Den ganzen Samstag, den 14. Februar und auch den Sonntag, den 15. Februar. Schon mal vormerken, von 9 bis 18 Uhr geht das Ganze.

SPEAKER_00

Wie schön für Fußballverliebte am Valentinstag.

Einstieg Ins Bäckerhandwerk

SPEAKER_04

Wir haben uns mit dem Format Jobsport so einen kleinen Fuß drin und haben da ein paar Bandenwerbungen und haben dann auch als Dankeschön einen Schal bekommen. Und der wird demnächst hier bei uns im Studio auch noch so einen kleinen Ehrenplatz bekommen. So, jetzt Schluss mit Fußball. Wir kommen zum Backhandwerk. So, dann damit herzlich willkommen bei uns im Studio. Hallo Worren.

SPEAKER_01

Hoi. Hallo. Du bringst heute.

SPEAKER_04

Du gibst heute das, du bringst heute das Back, ja, nennt man das Backhandwerk. Backkunst. Wie würdest du es nennen?

SPEAKER_01

Spassenshalber bezeichne ich mich selber als Teigdesigner. Also Backhandwerk, Backkunst trifft es, glaube ich, ganz gut.

SPEAKER_00

Das ist schön. Und mit seinem Eintreffen hier im Studio hatte ich auch so ein bisschen aus so Bäckereien den Geruch in der Nase. Das ist so, was ich sofort mit diesem Handwerk oder diesem Design verbinde.

SPEAKER_04

Ja, der bleibt kleben, auf jeden Fall. Eine ganze Weile. Bei der Frittenbude kenne ich das, dass jemand nach Hause kommt und dann sagt man so, Mensch, du riechst ja immer noch nach dem Frittenfett. Kann man das als Bäcker, hört man das als Bäcker auch, dass man nach Hause kommt und sagt, du bringst einen Geruch von Mehl oder Teig mit?

SPEAKER_01

Ich sag mal so, wenn man nicht gerade Pfannkuchen macht, dann nicht. Ansonsten ist es quasi dasselbe Prinzip, wenn man mit der Fettbackmaschine arbeitet, dann ist derselbe Effekt wie bei Pommes oder bei der Frittenbude. Dann riecht man halt süßlich.

SPEAKER_00

Viel schöner.

SPEAKER_01

Nein.

SPEAKER_00

Doch.

SPEAKER_01

Auf Dauer nicht mehr. Also für den Moment schön, aber auf Dauer auf keinen Fall.

SPEAKER_04

Dann holen wir uns nochmal kurz ab. Wie bist du da hingekommen, wo du heute bist? Und fang, lass uns gerne mal anfangen. Wolltest du schon immer Bäckermeister werden? Nein, definitiv nicht. Was war denn, wo ging es bei dir los?

Ausbildung Zwischen Maschine Und Meisterschaft

SPEAKER_01

Es ging quasi um 2000, wenn man sich zurückgeändert, war der Arbeitspark ziemlich am Boden. Die Ausbildung, man musste eigentlich nehmen, was man bekommen hat. Schulisch war ich einfach nicht, ich habe mich einfach nicht bei Schule interessiert. Hätte ich gelernt, wäre ich ein guter Schüler bekommen, wäre ich ein guter Schüler geworden. Ja, ich hatte eigentlich nie Probleme. Ich bin immer den schmalen Grad gegangen und maxim, also das Minimum gegeben, was man brauchte, um durchzukommen. Pech mit Lehrern gehabt, ja, ich würde es jetzt nicht darauf schieben, aber genau, also mir wurde die Gymnasialempfehlung verwehrt und deswegen bin ich auf die Real. Und ja, dann kamen halt andere Sachen hinzu. Dann Musik machen, dann kam auch die Mädels dazu, ne? Und dann hat man sich halt für andere Sachen interessiert als Schule und ja, so ist es dann, ist man ein bisschen abgerutscht und bin halt, wie gesagt, gerade so durch die Schule gekommen und dann ging es halt daran, sich zu bewerben. Ich wollte eigentlich Tischler werden, weil mein Vater war auch Tischler. Und ja, ich, Holzbearbeitung ist halt mein Ding gewesen. Nur gab es dann halt, hat man diesen Test gemacht mit 16 oder so und also den ärztlichen Test und ich musste durfte halt keinen Tischler werden.

SPEAKER_00

Warte kurz, beim Tischler muss man auch so eine Tests machen.

SPEAKER_01

Ja, das war nach der Schule, ja. Nach der Schule hat man diesen allgemeinen Ärztetest gemacht und dann hat sich irgendeine Allergie rausgestellt und ich durfte keinen Tischler machen. Es war irgendeine Stoppallergie, also ich weiß nicht, warum ich dann ins Bäckerhandwerk gehen durfte. Also das, naja. Ich habe mich halt beworben als Maler, also Handwerk halt, ne, wollte ich machen. Und ja, dann bin ich halt beim Bäcker gelandet, weil es nichts anderes gab. War auf keinen Fall mein Traumjob. Das Frühaufstehen.

SPEAKER_00

Sag mal genau, was heißt Frühaufstehen?

SPEAKER_01

Damals mit 16, durch das Jugendarbeitsschutzgesetz, durfte ich erst ab 6 anfangen und je älter man wurde, ging es immer eine Stunde nach vorne. Und ab 18 dann halt durchgehend. Da war dann halt egal wann. Und ja, ich habe eigentlich nach meiner Lehre am liebsten von 18 bis 2 gearbeitet. Ich habe in der Industrie gelernt, in einer großen Firma, da wurde noch handwerklich gearbeitet, aber man war halt Knöpfchenbäcker, wurden wir mal geschimpft in der Schule, in der Berufsschule, weil wir haben halt ziemlich große Maschinen gehabt, wir haben tausende, 10, 20, 30.000 Brötchen am Tag produziert.

SPEAKER_04

Es fühlt sich wahrscheinlich nicht so an, wie eigentlich Bäcker sich anfühlen sollte in der Vorstellung, ne?

Burnout, Kurswechsel Und Meisterweg

SPEAKER_01

Das ist nicht, also ich habe eine ziemlich gute Ausbildung genossen, weil ich hatte wahrscheinlich den deutschesten Türken als Ausbilder, den es gab. Und der hat uns auf jeden Fall auf Spur gebracht, ne? Und mit beiden Mentalitäten wohlgemerkt. Und ja, ja, und der hat mich dann irgendwie rausgepickt und hat wahrscheinlich gemerkt, dass ich irgendwie was kann. Und genau, bin dann 2005 nach der Lehre Berlins bester Bäcker, also von Berlin und Brandenburg geworden in der Lehre, ne? Und ja, aber es hat mich halt nie interessiert. Ich wollte eigentlich nur dann mein Geld verdienen. Ich fand es cool, nach der Lehre Geld zu verdienen.

SPEAKER_04

Also es war noch keine Passion oder kein Problem.

SPEAKER_01

Nein, auf keinen Fall, das waren, ehrlich gesagt, es ist ein salopp gesagt ein nicht so ein schöner Job, ne? Weil einfach, der ist familienunfreundlich. Du hast keine Zeit für deine Freunde, wenn die alle feiern gehen, bist du arbeiten. Und so hat sich halt die Freundschaft quasi auf die Backstube beschränkt. Größtenteils, also ich habe immer noch meine Freunde, mit denen ich aufgewachsen bin, die haben es mitgemacht. Aber er ist halt wirklich familienunfreundlich. Und ich habe schon mal ein Leben gelebt, sag ich mal so. Frau, Kind war mal da, alles weg. Und ja, das bringt der Job halt mit sich. Man braucht halt wirklich jemanden an der Seite, der Verständnis dafür aufbringt.

SPEAKER_04

Und wenn ich kurz einhaken darf, das sind so viele Gründe, was jetzt eigentlich abhalten. Ja, richtig.

SPEAKER_01

Genau, da wollte ich noch einhaken dann später. Das Ding ist, dass das Bäckerhandwerk hat sich selbst kaputt gemacht und ist halt.

SPEAKER_00

Kannst du ausführen, warum du glaubst, dass es sich kaputt gemacht hat?

SPEAKER_01

Das ist Fakt, das ist einfach Fakt. Meine Ausbildung ist in den 80er Jahren hängen geblieben. Wir haben anstatt gelernt, mit Sauerteig zu arbeiten, hat man gelernt, wie wir Backmischung-Tüten aufmachen. Man macht Mehl rein, äh, Quatsch, man macht Wasser rein, Hefe. Und mehr mehr braucht man nicht reinmachen. Das Wissen wurde aufs Minimum beschränkt, weil auch kein Geld da war für die Schule. Und deswegen, man hat alle irgendwie durchgebracht. Und die Berliner Bäckerinnung hatte halt nicht umsonst den schlechtesten Ruf in ganz Deutschland eigentlich. Es war halt quasi die einfachste Ausbildung.

SPEAKER_04

Das hört sich so an, als wenn du eher so etwas wie Maschinenführer quasi gelernt hättest, als wirklich Bäcker wären.

Start-up, Sprache Und Die Freude Der Kundschaft

SPEAKER_01

Nein, das nicht. Also es gab in der Erinnerung schon, man hat die Grundlagen gelernt, wie man die Teige rund macht und backt. Also die Grundlagen hat man gelernt, aber halt direkt in die Tiefe in den drei Jahren ist man halt nicht gegangen. Sondern man war einfach nur Beiwerk. Eigentlich war man billige Arbeitskraft in der Firma, mehr nicht. Weil man wurde halt, also mein ersten Lehrjahr habe ich nur Kisten gestapelt. Zwiebelbrot eingepackt in Tüten und Kisten gestapelt. Das war mein erstes Lehrjahr.

SPEAKER_00

Aber du hast durchgehalten.

Von Burger-Buns Zur Sinnfrage

SPEAKER_01

Ja klar, muss man irgendwie, ne? Man muss seine Eltern irgendwie stolz machen, ne? Nee, ja, mit 28 bin ich dann an den Punkt gekommen, wo Burnout, Depressionen, ich wusste nicht mehr weiter. Ich hatte alles erreicht, was ich wollte. Und ja, irgendwie ist dann das Leben an mir vorbeigezogen und ich bin stehen geblieben. Und ja, eines Nachts habe ich mich dann aufgerafft und mich nachts um drei für den Meisterkurs angemeldet und auf einmal hatte ich wieder eine Energie und wusste, was mir gefehlt hat, ein Ziel im Leben. Und während des Meisterkurses war es dann so, dass ich gemerkt habe, irgendwas läuft falsch in meinem Leben. So wie ich es hier lerne im Meisterkurs, so geht man, also so wird ich mit mir umgegangen in der Firma, so hat man nicht mit Menschen umzugehen, so habe ich es nicht gelernt. Oder wie soll ich sagen, so wurde es mir nicht beigebracht, was ich im Meisterkurs gelernt habe. Das war ein komplett anderer Weg. Das Bäckerhandwerk hat sich ein bisschen geöffnet für mich. Also, und da habe ich auch im Meisterkurs sofort aufgehört, den Job gekündigt und in einem kleinen Start-up-Unternehmen angefangen, in einer portugiesischen Bäckerei. Und das war genial. Das war erstens die Sprache. Die andere Seite der Medaille. Genau, genau. Ich habe mich selbst ins kalte Wasser geschmissen. Ich wurde als Produktionsleiter gleich eingestellt. Und obwohl ich nicht mal ein Meister hatte, ne? Also es war dann so in einer Grauzone, durfte ich agieren. Und ja, das Lustige war halt, keiner konnte Deutsch. Mein Chef war Grieche, der konnte Deutsch mit seiner Frau, die war Portugiesin, die konnte auch Deutsch. Aber alle meine Mitarbeiter unter Gegenden, die konnten kein Deutsch und Google Translate war mein bester Freund. So, ich hatte Englisch gelernt ein bisschen. Und wir haben uns halt mit Händen und Füßen irgendwie verstanden. Jeder konnte irgendwie was und wurde irgendwo eingesetzt und wir hatten halt mega viel Spaß. Und das war halt das Ding, wo ich dann angefangen habe, das Bekannte direkt zu erlieben, weil es täglich eine Herausforderung war. Neue Punkte, neue Ziele setzen, neue Punkte irgendwie agieren, genau, irgendwie agieren. Genau. Und um dann halt am Ende des Tages frische Backwaren rauszubekommen. Und dann gab es diesen einen einzigen Moment. Wir hatten in Weißen See unsere kleine, das war eine alte Fleischerei, die wir umgebaut hatten, zu einer Backstube. Und wir mussten die morgens dann um fünf Uhr die ganzen Sachen immer in den Laden reinfahren. Und dann saßen wir dann halt zu dritt in einem vollgepackten Auto mit Brötchen. Sah sehr lustig aus. Und ich habe mich dann einfach mal den einen Morgen hingesetzt in den Verkaufsladen. Keiner kannte mich, keiner wusste, wer ich war. Ich habe einfach nur gefrühstückt und der Moment, wo die Kunden reingekommen sind, sich über das gefreut haben, was sie gekauft haben, da ist mir das Herz aufgegangen. Und da ist dann, da habe ich erst das wirklich.

SPEAKER_00

Das war deine Bestätigung?

SPEAKER_01

Das war meine Bestätigung und da habe ich dann, das war glaube ich der Moment, wo ich gemerkt habe, das ist es. Das ist das, was ich machen möchte. Und das ist das, was mich glücklich macht eigentlich.

SPEAKER_04

Das war der Moment, wo du plötzlich aus deinem Handwerkskunst gesehen hast, was macht das mit Menschen? Oder wo dass sie da Freude bereiten können?

Ankunft Im Mühlenbecker Land

SPEAKER_01

Genau, das ist, glaube ich, das Ding, was ich vorher nicht, die Bestätigung habe ich nicht bekommen. Einfach weil ich habe produziert und dann ging es durch ein Tor raus und das war's. Und da habe ich halt gesehen, das, was ich produziere, wo landet es und wer kauft es, wer ist es? Und das war ein Moment der Eingebung für mich. Und da habe ich gemerkt, so, ja, das ist das, was ich machen möchte. Allerdings, allerdings war das dann auch nach zwei Jahren war es dann da vorbei, weil wir haben uns dann aufs Burger Bands produzieren konzentriert, als zweites Standbein. Hört sich an wie reduziert. Jein, also ich sag mir so, wenn ihr jetzt irgendeinen Burgerladen nennt in Berlin, irgendeinen Bekannten, ich habe die wahrscheinlich entwickelt, die Burgerbands für die. Und das hat Spaß gemacht, aber ich habe am Ende des Tages gemerkt, wir haben zwölf Stunden gearbeitet, sechs davon effektiv, ich bin ausgeschlafen nach Hause gegangen. Und aber das war es nicht. Ich hätte da alt werden können, aber das hat mich dann irgendwann nicht mehr erfüllt.

SPEAKER_04

Wie lange geht so die Meisterschule? Du hast jetzt gesagt, nach zwei Jahren war das Schluss, aber wie lange begleitet dich das so nebenberuflich? Oder hatte es dich begleitet?

SPEAKER_01

Na, das waren schon anderthalb Jahre. Man kann den Meisterkurs im Sommer machen, einfach über die Sommerferien, im Schnellkurs, acht Stunden am Tag, Montag bis Freitag. Ich habe es dann Teilzeit gemacht und ja, das war eine knackige Zeit. Drei Tage die Woche Schule, 17 bis 19 Stunden unterwegs. Und also nachts arbeiten, tagsüber Schule. Das war knackig auf jeden Fall.

SPEAKER_00

Aber ohne dass ich dich jetzt schon ganz lange kenne, ich glaube, du bist der Typ Mensch, der genau das braucht, der so ein bisschen diesen Druck, den Stress, weil du hast ja gerade gesagt, in der Burgerbude ist es dann relativ schnell langweilig geworden und du brauchst schon auch so ein bisschen den Arschritt, den du dir immer wieder selbst verpasst.

Die Backstube Als Neuer Spielplatz

SPEAKER_01

Ja, auf jeden Fall. Also ich merke, wenn mir langweilig wird, dann gehe ich ein. Also das ist wirklich so. Das ist wahrscheinlich auch, weil ich immer so ein bisschen hippelig bin. Genau, ich brauche diesen Antrieb einfach. Niemals stehen bleiben, lernen, lernen, lernen. Und das ist auch das Ding, was ich im Meisterkurs gelernt habe. Du hast zwar den Titel, aber ausgelernt hast du nicht, sondern die Lehre geht eigentlich jetzt erst los. Und das versuche ich halt mitzunehmen. Ich habe viel rumgespielt. Ich war nach dem Portugiesen halt bei Sarabina und da habe ich mich auch vom normalen Arbeiter hochgearbeitet, zum stellvertretenden Produktionsleiter, habe Sachen entwickelt und da war es halt so, dass mein Chef hat es erkannt und hat mir die Freiheit gegeben. Und meinte halt, komm, wann du willst, Hauptsache produzierst oder entwickelst geile Produkte. Und da habe ich halt gemerkt, so, die Backstube ist mein Spielplatz. Ich gehe eigentlich nicht auf Arbeit, sondern ich gehe auf meinen Spielplatz und kann mich da auslassen, wie ich möchte. Und das ist so eine Sache, die es eigentlich jedem wünsche, wenn man die ganzen Menschen sieht oder viele Menschen sieht, die unzufrieden mit ihrem Job sind. Ich wünsche jedem eigentlich, dass er seine Passion irgendwie findet, weil das ist ein extrem geiles Gefühl. Diesen Moment oder zu leben, dann stört es auch nicht, wenn man mal länger arbeitet, wenn man mal 10, 12 Stunden macht. Ich habe 16 Stunden auf Arbeit verbracht, hab da geschlafen auf mehr Säcken, weil ich ein neues Produkt reinbringen wollte. Aber ich hab's halt mit Spaß gemacht, ne? Und das ist halt, ja, die intrinsinische Motivation. Ich hoffe, das habe ich richtig ausgesprochen.

SPEAKER_00

Das stimmt. Klar.

SPEAKER_01

Wir empfinden den Begriff jetzt einfach intrinsinisch.

SPEAKER_00

Warren, wenn du sagst, Sarah Wiener und von der Arbeit auch als dein Spielplatz sprichst, wie genau bist du dann ins Mühlenbäcker Land zu uns gekommen? Also wie ist es dazu gekommen, dass wir dein neuer Spielplatz geworden sind?

SPEAKER_04

Dann sind wir ja Versuchskaninchen auch ein bisschen. Absolut.

SPEAKER_00

Ja, aber Versuchskaninchen heißt ja, dass es, dass das Produkt gut bleibt, weil solange er Antrieb hat, ist es ja immer perfekt. Nee, sag mal.

Lernen Am Ofen: Verschenken Für Feedback

SPEAKER_01

Am der Liebe wegen. Jetzt, ich würde nicht sagen, fälschlicherweise Liebe, wegen des. Es hat einen Grund gehabt, warum ich hergekommen bin. Genau. Und ich bin hergezogen aus Berlin und hab eigentlich den Job an den Nagel gegangen. Die Kehrseite ist auch wieder, weil du sagtest mit der Energie. Irgendwann ist die Energie aufgebraucht. Und ich habe selbst erkannt, dass ich irgendwann vor die Hunde gehe, wenn ich weiter in dem Tempo mache. Und wie gesagt, Sarawina, mega geiler Arbeitgeber gewesen. Die haben gesagt, woran nimm ich drei Monate raus, komm einfach wieder, erhole ich ein bisschen. Oder wir erfinden ein Modell, komm zwei Tage arbeiten, komm einen Tag arbeiten. Aber ich habe gesagt, nee, ich verliere mich dann wieder. Und bin da wirklich unter Tränen raus. Das war wirklich der tollste Arbeitgeber, aber. Mutiger Schritt. Absolut. Also ja, das hat viel Mut erfordert. Aber ich habe dann einen Cut gemacht, hab gedacht, ich höre auf mit dem Job, weil der macht mich kaputt. Im Endeffekt. So gern ich den mache, er macht mich kaputt. Ja, und dann habe ich halt gesagt, ich preis mal drei Monate eine Auszeit. Andererseits ist dann auch privat was passiert, wo dann, wo ich mich um meinen Sohn kümmern musste. Und das hat ganz gut gepasst, dass ich dann, also das Arbeitsamt hat mich in Ruhe gelassen. Ja, und dann ist mir eigentlich die Idee gekommen, okay, ich habe jetzt ausgebildet, ich habe so ziemlich jeder zweite meiner Azubis ist mittlerweile Meister. Und warum nicht Lehrer machen? Ich wollte immer in die Berufsschule gehen und da Lehrer machen oder Berufsschullehrer, da braucht man halt, ja, ein Meister reicht eigentlich, ne? Mir wurde dann gesagt, ich brauch doch Staatsexamen. Okay, hat nicht ganz gereicht.

SPEAKER_00

Hättest du das noch einfach so nachträglich machen können?

SPEAKER_01

Ich glaube nicht, dass man ein Staatsexamen dafür braucht, sondern ich denke mal, es war einfach nur, da wollte jemand seinen Job sichern. Okay. Ich denke mal, das war der Grund. Also für das, was man in der Berufsschule lernt, ich möchte nichts Falsches sagen.

Sauerteig, Hefe Und Sensorik

SPEAKER_04

Ich denke mal, man braucht auch ein Zweitfach, also Deutsch, Mathe, aber eigentlich hättest du dir in den Fingern oder im Mund gekrippelt, anderen das Handwerk beizubringen und das auf eine Art und Weise, dass sie die gleiche Begeisterung verspüren können, die du viel zu spät, also ich behaupte mal eigentlich viel zu spät bemerkt hast, wo ich mich nämlich genau mich total angesprochen gefühlt habe, als du gesagt hast, du wünschst jeden, dass er seine Passion findet oder seine Leidenschaft findet. Und es ist so toll, dass du mit etwas angefangen hast, wo du die Leidenschaft nicht gesehen hast, trotzdem da geblieben bist, mitbekommen hast, du musstest vielleicht mal von der anderen Seite betrachten. Dann bei dir war es halt der Meister, den du angeschubst hast. Und dann mitbekommen hast, so, ja genau, das ist eigentlich die Flamme des Feuer, was ich da eigentlich haben möchte. Und gut. Und jetzt hast du gesagt, okay, wenn ich Berufsschule, dann wir Einwohnern Mühenböcker Land. Aber.

Öffnungszeiten, Preise Und Widerstände

SPEAKER_01

Nee, nee, das ist, das ging doch weiter. Also ich wollte eigentlich unbedingt an die Berufsschule. Und dann habe ich halt mit der Beraterin gequatscht und vielleicht doch als Quereinsteiger hier in eine Schule gehen. Ich hatte ehrlich gesagt Lust, mit Problemkindern zu arbeiten, weil das dann auch wie eine Herausforderung ist. Wenn mir eine Energie entgeben kommt, dann kann ich halt auch Energie entgegengeben. Weil ich bin der Meinung, in der Kommunikation bin ich ein ziemlich ruhiger Typ. Vom Arbeiten total aufgewührt. Aber wenn ich rede mit Leuten, mein Sohn kann das, ich habe meinen Sohn noch nie angeschrien. Wenn ich mal meine Stimme ein bisschen erhoben habe, Papa schrei mich nicht an. Also ich bin der Meinung, wenn ich ernst werde, wäre ich eher ruhig. Nee, das war eigentlich Zufall, weil ich wollte Heiko eigentlich fragen, also Herrn Lorenz, der vorher in der Backstube war, ob ich seine Backstube tagsüber bekommen kann für Backkose. Das war eigentlich der Hauptgrund. Und ich habe halt drei, vier Mal meine Visitenkarte der Verkäuferin gegeben. Die haben sich da gestapelt dann einfach. Heiko wusste ja nicht davon. Und dann ist dann halt die Sache mit Heiko passiert, Krank geworden ist und da habe ich gesehen, dass sie anfangen, die Backstube auszuräumen oder da drin rumräumen, habe ich meine Visitenkarte in die Tür reingeklemmt und 10, 15 Minuten später hat er mich angerufen und wir haben uns halt auf Anhieb verstanden. Ja, dann direkt. Genau. Heiko hat mich angerufen und wir haben uns super verstanden. Und dann meinte er nicht gleich, ey, warum willst du nicht? Und ich so, lass mich mal noch eine Nacht drüber schlafen. Aber es hat mich eigentlich schon, er hat am liebsten sofort ja gesagt, aber da war die Vernunft. Genau, die Vunnft.

SPEAKER_04

Aber wir hattet vorher noch kein Telefonat und trotzdem kam das am Telefon scheinbar so rüber, dass Woran wäre derjenige, der mich die Stube.

SPEAKER_01

Na, wir haben schon ein bisschen telefoniert. Also das war das ein einziges Telefonat. Aber wir haben uns von Anfang an verstanden und ich glaube, er hat gemerkt, dass er mit einem Bäcker redet. Also ich denke mal, das sind zwei Leidenschaften aufeinander getroffen. Selbst jetzt, Heiko wohnt ja über der Backstube und wenn ich Rat brauche, dann frage ich ihn, und wir quatschen jeden Tag miteinander. Also das, der ist immer noch Feuer und Flamme, er darf halt nicht. Hat schon mal mit mir mitgearbeitet in der Backstube, einfach nur um halt der alten Zeiten willen. Aber ne, das ist, wie gesagt, er ist ein toller Mensch, einfach, ne? Und wenn ich Rat brauche, dann kann ich mir bei ihm holen. Genau. Da gibt es auch eine lustige Anekdote, dass dann, wo ich damals 2005 die Landesmeisterschaft gemacht habe in Rehbrücke, glaube ich, hat er mich geprüft.

SPEAKER_00

Nee. Zufall. Das ist lustig.

SPEAKER_04

So kreuzen sich die Wege wieder.

SPEAKER_00

Das sagt man ja, man trifft sich immer zweimal in ein Leben. Du bist dann am nächsten Morgen aufgestanden und hattest einen Anruf von Heiko Lorenz oder hast ihn selbst angerufen oder hast du tatsächlich ernsthaft darüber nachgedacht, das nicht zu tun? Nee.

Handwerk Gegen Discounterlogik

SPEAKER_01

Da gibt es also auch viele Faktoren. Der Hauptfaktor ist eigentlich der Finanzielle. Eigentlich kann ich mir gar nicht leisten, konnte ich mir die Backschube nicht leisten. Das ist genau. Und ich habe am nächsten Tag mit Heiko gequatscht und er meinte, ey, Warren, ich weiß, wie es ist, wenn man anfängt. Ich lasse dir erstmal noch ein bisschen Zeit und dann fängst du an, quasi die Backschube abzuzahlen. Und so sind wir bis jetzt verblieben. Er hat mir jetzt, also weiß, er meinte, er weiß, wie hart es ist anzufangen und er schafft mir den Raum. Genau, und da bin ich ihm dankbar, dass ich mich da wirklich in Ruhe entfalten kann. Genau, und krieg dann halt Stück für Stück kriegt er dann seinen Teil dann davon. Ja. Genau. So ist dann die Abmachung gewesen.

SPEAKER_00

Richtig gut. Klingt schön. Ich weiß nicht, Patrick, wie du auf Warren das erste Mal aufmerksam geworden bist, aber ich habe plötzlich bei Facebook einen Post gesehen, dass jemand Kuchen verschenkt, um Feedback zu bekommen. Und da habe ich dacht, nee, da stimmt doch was nicht. Und hab' erstmal so weiter gescrollt und du warst aber sehr hartnäckig, Warren. Und das hat mir sehr gefallen. Du warst sehr proaktiv, ja auch mit den Videos aus der Backstube. Also man hatte ja relativ schnell das Gefühl zu wissen, was du da eigentlich machst. Und irgendwann habe ich mir gedacht, jetzt möchte ich auch mal was von dem Kuchen und war aber zu spät, weil du hast dann ja immer drunter geschrieben, jetzt ist alles weg. Und dachte mir so, okay, meine Zeit wird kommen. Ich, also, das ist jetzt ja schon ein Weichen. Ich würde sagen, sind das schon anderthalb Jahre? Wie lange bist du jetzt bei uns, Bäcker?

SPEAKER_01

Ja, das sind knapp ein und ein Vierteljahr, glaube ich. Am Dezember, was haben wir jetzt? 24 Jahre angefangen. Ich habe am 7. Dezember den Schlüssel bekommen und dann gleich angefangen.

SPEAKER_00

Und würdest du sagen, dass du jetzt einer von uns aus dem Mühenbecker Land bist? Also fühlst du dich hier zu Hause oder trennst du das für dich mit wirklich, das ist deine Arbeit und die Passion, die du da weiterführst?

Neue Generation Bäcker: Zurück Zu Den Wurzeln

SPEAKER_01

Na, also ich muss zugeben, ich habe ewig gebraucht, um mich zu entwurzeln, kam aus Berlin und ich habe richtig lang gebraucht, um mich zu entwurzeln. Und mittlerweile liebe ich Schildo, Mülenbeck. Also ich bin jetzt nach Mülenbeck gezogen, vorher habe ich in Schildo gewohnt und es ist einfach, es gab auch wieder diesen einen Moment. Ich saß draußen auf der Terrasse, Ruhe. Und da habe ich Schildo lieben gelernt. Und das mit dem, wie soll ich sagen, das, was später kam, das Umfeld, die Menschen und so, ich musste das auch erst lernen. Berlin ist so, dass jeder für sich, es sind zwar viele Menschen, als jeder für sich, aber die Hilfsbereitschaft, die hier herrscht, das ist, das ist unglaublich. Also das bin ich echt dankbar. Ich wurde aufgefangen gleich von einer Dame, Ilona, die macht hier das Kaffee im Kaffee tot. Die macht das Kaffee in der Mühle. Ilona, Emmerich, genau. Und die hat mich eigentlich an die Hand genommen. Warum du was brauchst du? Wenn du irgendwas brauchst, ruf mich an. Ich hab Kontakte, sozusagen, und ja, dann hat sie mich dann halt in Schildo Mühlenbeck eingefühlt. Ja, und so sind halt Kontakte entstanden. Mit der Mühle war ich auch kurz in Kontakt. Und es ist eigentlich gut gelaufen, hatte ich ja dieses, ich war das Pfingsten, irgendein Fest, wo ich die Zimmschnecken verkauft habe.

SPEAKER_04

Ja, da haben sich die Mühlenmitglieder wieder als Mönche verkleidet. Mönchmühlenfest und ich erinnere mich, stimmt, ich habe auch Bilder gesehen. Du hast gebacken, ne?

Sortiment, Sättigung Und Qualität

SPEAKER_01

Ja, ja, genau. Ja, ich habe gebacken. Ich hatte, durch Zufall habe ich einen 80-jährigen Bäcker in Mühlenbeck kennengelernt, der gegenüber von Aldi hatte seinen vier Seitenhof mit seinem Sohn. Ich glaube, das ist ein Bauer, und der hat sich, das ist ein alter Bäcker, der da, wo der Asiater drin ist, war früher eine Backstube drin. Ach. Und da hat er gearbeitet, also ich quatsch mit dem ganzen Bäcker und ich erzähle mir, wie er alles früher aussah. Und genau, der hat sich in seinen Hof einen Backofen gebaut. Dann habe ich gefragt, ob ich meine Zimtschnecken da backen kann, weil der Ofen, der in der Mühle steht, der war mir zu unsicher. Und ich habe noch nie so geile Zimmsteck gebacken, noch nie so gleichmäßig im Holzofen. Holzofen ist immer die Krux. Hier vorne hinten ist es kalt, aber links hinten ist es kalt, rechts hinten ist es richtig heiß. Die Temperaturunterschiede sind enorm. Und der hat den, also vom Fachmann gebaut. Geil, richtig geiler Ofen. Also ich war richtig begeistert. Genau. Frank Müller heißt er, glaube ich. Müsste auch schon 80 sein oder so.

SPEAKER_04

Das Bäcker-Handwerk ist, glaube ich, so, wenn man zurückschaut, eines der Handwerksteile, die sich im dörflichen Bereich bis zum Schluss, also ganz, ganz lange noch gehalten haben, wo viele andere Dinge, ich sag mal zum Beispiel ein Fleischer oder so etwas, schon weit deutlich früher weggebrochen ist. In Mürmberg gab es ja auch noch eine Konditorei. Also als ich hergezogen bin, 2015, waren auch noch einige Jahre. Da wurde ein Postgebäude. Ja, wo ja auch nicht mehr. Ja, genau da war mit Konditur. Da habe ich auch mal Kuchen gekauft gerade damals.

SPEAKER_00

Ja, aber das war kein privater Bäcker mehr, sondern das war schon eine Kette.

SPEAKER_04

Ach so. Okay. Wow, okay. Erzähl uns doch mal bitte. Ich habe mitbekommen, als du die Stube bezogen hast, hast du ja nicht sofort mit dem Verkauf begonnen. Du hast experimentiert, daher auch dieses Verschenken. Das war so cool, das hat so Spaß gemacht. Du hast ja auch wirklich dir, finde ich, persönlich viel Zeit genommen, in der du nicht verkauft hast, sondern gesagt hast, ich muss das ja mal kennenlernen. Wie lernt man denn eine Backstube kennen?

Streuselkuchen, Rohstoffe Und Ofenlaunen

SPEAKER_01

Also Hallo Ofen. Es ist wirklich so, jeder Ofen ist anders. Und Heikos Ofen ist ja schon in die Jahre gekommen, also hat er seine Macken. Und da ist auch wieder die Krux, die muss die Macken kennenlernen. Auch mit Heiko habe ich dann gequatscht. Der Bäcker, der davor war, oder der Bäcker, der mit Heiko gearbeitet hat, mit dem habe ich geredet, der hat mir ein paar Tipps gegeben. Und ja, der Ofen hat auf jeden Fall seine Macken. Und du musst halt wissen, damit umzugehen, wann du was schiebst, wie viel Dampf gibt dir die Etage, wie viel Dampf gibt die andere Etage. Ja, du musst ihn wirklich in- und auswendig kennenlernen. Eigentlich war der Hauptgrund, warum ich das verschenkt habe, ich durfte nicht verkaufen, weil ich kein Gewerbe hatte.

SPEAKER_00

Sag das doch jetzt nicht so.

SPEAKER_01

Nein, ich hab's, das ist gut, ich hab's auch gerne gemacht. Und ich verkaufe garantiert kein Brot, was nicht perfekt ist oder kein Kuchen. Das war schon. Du musst selbst zufrieden sein mit dem Kinder. Genau, ich muss selbst zufrieden sein. Und ich denke mal, meine Eltern oder meine Eltern sind die größten Kritiker. Oder sagen wir einfach, die Kunden, die Kunden, die die Sachen bekommen haben, das sind eigentlich die größten Kritiker. Umsonst schmeckt alles am besten, ist klar. Aber trotzdem sind die Leute wiedergekommen und haben begeistert von geredet, wie toll das war. Und das ist auch wieder ein Feedback gewesen, was mich motiviert hat, dann noch besser zu werden.

SPEAKER_04

Kann denn jemand, der nicht vom Handwerk ist, konstruktiv eine gute Kritik äußern? Also ich stelle mir gerade vor, wie ich ein Backprodukt beschreiben müsste, damit ein Fachmann oder Fachfrau damit etwas anfangen kann. Ja, ist es knusprig oder nicht oder ist es durch oder nicht, aber da hört es dann schon fast auf.

SPEAKER_00

Ich fühle mich gerade an das perfekte Backen zurückerinnert, wie da die Jury immer vor den Laienbäckern steht und eben das auch beschreibt. Und ich denke jedes Mal so bei mir, krass, für mich gibt es eigentlich auch, so wie du sagst, nur schmeckt oder schmeckt nicht. Also Backfarbe wäre vielleicht noch so.

Community, Veranstaltungen Und Unterstützung

SPEAKER_04

In welchen Phasen probierst du denn deine eigenen Produkte? Ganz am Anfang, Teig, dann gebacken. Ja, genau, das ist dann einen Tag alt.

SPEAKER_01

Oder sensorische Prüfungen, genau, das sind erstmal die sensorischen Prüfungen, erstmal, was für ein Mehl benutze ich. Das ist wichtig. Wenn ich jetzt Biomehl nehme, im Gegensatz zu konventionellen, dass jedes Mal der Teig anders ist. Man muss einfach gucken, ne? Ich kann nicht jeden Tag mein Rezept schreiben und dann jeden Tag immer auf zehn Kilomel, sechs Liter Wasser geben, sondern man muss beobachten. Und genau, das ist das erste Ding. Wie entwickelt sich der Teig? Wie gart der Teig? Dann kommt es auf die Hefe an. Was habe ich für Hefe? Nicht jede Hefe ist gleich. Oder wenn ich jetzt Hefe kaufe am Anfang der Woche, am Ende der Woche ist sie halt schon sieben Tage alt, zwar immer noch frisch, aber trotzdem fängt er an abzubauen. Also muss ich da halt daangehend arbeiten. Der Sauerteig, das ist eigentlich das Krasseste oder das Interessanteste an der Sache, wenn es jetzt so kalt ist wie draußen. Die Backstube kühlt auch extrem aus. Was mache ich mit dem Sauerteig? Wo stelle ich den hin?

SPEAKER_00

Muss der warm stehen?

SPEAKER_01

Der muss warm stehen. Je nachdem, was ich für einen Geschmackheim reinbringen will. Wenn ich ihn halt ein bisschen kälter stelle, dann wird er ein bisschen sauerer, ein bisschen intensiver. Dann kommst du drauf an, wie ich den führe. Fürchenweich, Fürchenfest. Und das sind extrem viele Faktoren, die damit reinspielen.

Ausblick, Geduld Und Kontaktwege

SPEAKER_00

Aber das Feedback können dir ja wahrscheinlich die Kundinnen und Kunden so nicht gegeben haben, aber sie sind ja zu dir gekommen und haben gelobt und vielleicht auch kritisiert. War die, also war das eine konstruktive Kritik, die du.

SPEAKER_01

Definitiv. Was ich gelernt habe, ist, wenn ich mit Fachmännern über meine Produkte rede, dann wird das denen komplett auseinandergenommen. Die beste Kritik kriege ich eigentlich vom Otto-Normalverbraucher, weil da ist es halt so, also ich habe jeden, an dem ich die Brote mitgegeben habe oder den Kuchen, eine Aufgabe mitgegeben. Ich habe das und das gemacht. Erzählt mal, wie kommt es bei euch an? Also ich habe ein Brot gemacht, ich habe das nicht so lange gebacken. Lasst es jetzt mal drei Tage liegen und sagt mir bitte, ob es okay ist. Ob es noch frisch ist oder irgendwie so, ob es noch bekömmlich ist. Also jeder hat eine, also ich habe jedem erklärt, was ich gemacht habe und da kam halt auch das Feedback zurück. Ich glaube auch, das hat gut getan für die Leute, weil die sich abgeholt gefühlt haben. Ich habe nicht einfach was verschenkt, sondern ich habe noch was mitgegeben und das Interesse war halt auch da. Speziell auch, wenn Kinder dabei waren. Die fanden es ja immer, immer, da waren die Augen ganz groß und genau, und somit sind halt die Eltern noch ein bisschen länger geblieben und dann wurden Fragen gestellt. Und so hat man halt Ping-Pong gespielt. Ja, und so ist halt die Kritik entstanden.

Dank, Teamspirit Und Einladung In Die Backstube

SPEAKER_00

Richtig gut. Und was an deiner Backstube, glaube ich, besonders ist, ist, dass du mit den Öffnungszeiten bzw. im Umkehrschluss auch dann mit den Arbeitszeiten für dich und deine Mitarbeitenden, dass du da sehr viel Wert drauf legst, dass es eben nicht so wie in diesen Großbäckereien ist, die du eingangs beschrieben hast, wo du gelernt hast. Zeigt dir der Erfolg, dass das richtig ist und dass die Leute da draußen dem so, also dass sie Verständnis dafür haben? Ja, genau.

SPEAKER_01

Ich denke, also ich bin auf extrem viel Gegenwind gestoßen, dass dann halt erstmal muss ich mich frei machen davon, beziehungsweise ich muss mich nicht fima, sondern es musste, wie soll ich es beschreiben?

SPEAKER_00

Der alte Anspruch aufgebrochen.

SPEAKER_01

Genau, danke, danke. Der Anspruch, der vorher da war, Heiko hat seine Backschuhe gehabt und auch er hat gesagt, dass ich ein komplett anderes Konzept habe. Ich bin ein komplett anderer Bäcker und ich sehe mich halt auch gar nicht in den Fußstapfen wie Heiko. Der hat seine Sachen mega gut gemacht, aber ich bin halt ein komplett anderer Bäcker. Man sieht es auch am Sortiment, dass ich halt hauptsächlich auf Brot und Brötchen gegangen bin. Schuster bleibt bei deinen Leisten. Torten, in meiner Lehre-Inhe macht und in meinem Meisterkurs eine. Das reicht auch.

SPEAKER_00

Schade, wollte ich jetzt demnächst nochmal eine Bestellung bei dir aufgeben, aber nee, finde ich total richtig. Ja, finde ich resolut. Finde ich total richtig.

SPEAKER_01

Ja, es ist aber auch schwer, sich da durchzusetzen, weil die Diskussionen sind da, es sind Leute in den Laden reingekommen, die haben sich beschwert, das nächste Thema, was kommen wird, ist der Preis. Das sind Leute nur zum Meckern reingekommen. Die sind einfach nur reingekommen, haben sich breit hingestellt und naja, ist teuer, tschüss. Ohne irgendwas.

SPEAKER_00

Die sind so reingekommen, haben gemotzt und sind raus.

Abschluss Und Nächste Schritte

SPEAKER_01

Hat nur alles, ne? Aber das Tolle ist halt auch, dass das Verständnis da ist der Kundschaft, die regeln es selber. Wir hatten welche da, die rumgemeckert haben, dann haben die anderen Kunden dafür gesorgt, dass der bitte geht. Ohne dass ich nach oben kommen muss in den Verkaufsraum. Manchmal sind die Damen halt im Verkauf auch überfordert, wenn dann halt jemand da rumpirbelt. Und die hat die Kundschaft das halt selbst geregelt, ne? Und dafür bin ich halt auch dankbar, dass dann halt das Verständnis da ist. Die Leute, die wissen, warum ich das mache, wieso ich das mache, und die erkennen auch die Wertigkeit dahinter. Das nächste Thema ist natürlich auch die Größe der Brötchen, dass ich halt ohne Zusatzzaubermittel arbeite. Dann ist mein Roggenbrötchen, das ist 70% Roggen, sehr viel Vollkornanteil, also Vollkornanteil, da ist jetzt mittlerweile noch Roggenschrot und Drogenflocken sind da drin, gequetschte. Und 30% Weizenmehl, 10,50%. Man bekommt es 55er Weizenmehl im Supermarkt, 10,50% ist nochmal die nächste höhere Stufe. Und da ist halt ein kleinerer Anteil an Kleber drin, dass sie nicht so schön aufgehen werden. Wenn man so ein Brötchen in der Hand hat, merkt man aber die Wertigkeit. Und die schönste Beschwerde war eigentlich, dass jemand gesagt hat, der esst nur noch anderthalb Brötchen anstatt drei Brötchen.

SPEAKER_00

Hätte ich jetzt auch genauso gesagt, weil das ist wirklich Pet, das ist bei mir auch so.

SPEAKER_04

Das geht, genau. Also wenn es einen Grund gibt, worüber ich mich gerne beschweren möchte, ist, dass die Auswahl, dass mein Frühstückstisch ist kleiner geworden übrigens, weil ich gar nicht mehr so viel an Auswahl draufpacke, weil ich mitbekommen habe, ich esse sowieso bloß noch anderthalb Brötchen. Vielleicht zwei und bin dann aber auch richtig voll satt.

SPEAKER_00

Also das war bei mir auch so, dass mich das durchaus ganz anders sättigt und man nicht so diesen Stein auch nicht so im Magen liegen hat, sondern eine angenehme Sättigkeit. Sagt man Sättigkeit?

SPEAKER_04

Sättigung? Satt und Sitt, ja. Sitt und Satt. Okay. Dann gibt es aber den Gruß vom Bäcker gar nicht mehr. Ich erinnere mich immer noch, wenn ich mal so ein Brötchen aufgeschnitten hatte und da war so eine große Luftblase drin. Hab ich das nicht? Habe ich ihn noch nicht gefunden.

unknown

Gut.

SPEAKER_00

Nannte man Gruß vom Bäcker.

SPEAKER_04

Ja, das ist ganz loch, ja. Da hat er sich, da hat der Bäcker gespart an der Stelle.

SPEAKER_00

Okay, also du hast andere Öffnungszeiten, du bist als Typ total unkonventionell. Du arbeitest mit den Einwohnern und Einwohnerinnen, du bittest um Feedback, du merkst, dass die auch die Dinge dann für dich erklären und regeln. Die Akzeptanz, würdest du sagen, ist da? Also nein.

SPEAKER_01

Ich habe das Gefühl, dass das meine Hauptkundschaft von außerhalb kommt, also das ist mein Gefühl. Also ich kenne viele, also Stammkunden, die aus Schildo kommen, die sieht man ja, aber es kommen viele von außerhalb. Von hauptsächlich Panko, denke ich mal, von Bergfelde, glaube ich. Also es waren viele dabei, aber ich glaube, also ich bekomme es einfach mit, also man braucht ja nicht um in den heißen Reihe reden, dass dann viele mögen mich einfach nicht. Denke ich jetzt einfach mal. Einfach aus dem Grund, weil der Anfang so holprig war, weil ich die Öffnungszeiten hatte. Von sieben bis also nach dem Frühstück und vorm Feierabend hatte ich auf. Und das ist hängen geblieben und ja, irgendwie sind ja noch nicht wiedergekommen. Ich höre immer noch heute die Geschichten, dass ich noch so offen habe.

SPEAKER_00

Aber hast du deine Öffnungszeit jetzt wieder angepasst?

SPEAKER_01

Ja, definitiv.

SPEAKER_00

Wissen die Leute da draußen das, sag mal.

SPEAKER_01

Ja, also theoretisch schon. Also Werbung wurde geschaltet. Ich habe mehrmals meine Öffnungszeiten geändert. Der erste Buben war an den Sommerferien, wo ich mich richtig auf den Hosenboden gesetzt habe. Und da habe ich dann bei Kenner da war, habe ich dann halt nur vormittags aufgehabt von 8 bis 12. Das werde ich jetzt nächste Woche auch wieder machen, auch weil meine Mitarbeiter nach Urlaubsanspruch haben und die müssen in Urlaub gehen. Dann habe ich halt rumexperimentiert, ne, dass dann muss man halt auf den finanziellen Aspekt sehen, wann kommt die Kundschaft. Also Statistik, Statistik, Statistik ist das Wichtigste. Und da fallen, so leid es mir tut, auch einige Kunden runter, hinten runter. Weil am Ende des Tages muss man auch ein bisschen aufs Geld gucken, damit ich überleben kann. Und genau, die Haupteinnahmequelle ist halt ein Vormittag. Genau, und da hatte ich halt in den Ferien das Angebot gemacht, ich arbeite vormittags, mache ich auf. Und wer unbedingt was haben möchte, kann bestellen. Und dann fahre ich abends zwischen 17 und 18 Uhr nochmal in die Backstube und dann können die Sachen abgeholt werden. Hat einigermaßen funktioniert. Und ja, und jetzt habe ich auch die Leute gehört, dass dann nach den Sommerferien war das Problem, Schule geht um 8 Uhr los und wir hätten gerne vor der Schule vielleicht noch was. Da habe ich jetzt um 7.30 Uhr aufgemacht, also ab 7.30 Uhr sind wir offen, von Mittwoch bis Freitag. Und Samstag ganz normal von 8 bis 12 Uhr. Sonntag, den habe ich jetzt mit reingenommen, weil ich musste quasi, wurde ein bisschen gezwungen. Zu dem hat, ich glaube in Richtung Groß Bern war es, glaube ich, ein kleiner Verkaufsstand. Ich glaube, ein älteres Ehepaar hat den gemacht vom Haus aus und die haben zugemacht. Da muss man natürlich gleich, also, ne, da hätte ich dann genau, da setze ich dann einfach an und nimm den Sonntag einfach mit.

SPEAKER_00

Das ist aber auch das Sprichwort das gute alte Sonntagsbrötchen.

SPEAKER_04

Ja.

SPEAKER_00

Also merkst du es schon, oder?

SPEAKER_04

Die Leute gehen nicht Samstag einkaufen für ihre Sonntagsbrötchen, oder?

SPEAKER_01

Nein, einige schon. Sagen wir so, Samstag und Sonntag hatte ich ein bisschen aufgeteilt. Das, was der Samstag war, das hat sich jetzt so ein bisschen auf den Sonntag verschoben. Und ja, viel mehr ist es nicht. Also eigentlich ist es fast eine Plus-Minus-Null-Rechnung.

SPEAKER_04

Aktuell. Du experimentierst ja jetzt also die ganze Zeit mit den Öffnungszeiten immer ein bisschen hin und her und guckst nach, wieso das Feedback ist. Du sprichst aber nicht so ganz überzeugt davon, als wenn du hast schon den Weg gefunden anhand von Produktauswahl, Preis und Öffnungszeiten, um genau den Weg zu, okay, das ist das, was hier in unserer Region wirklich auch passt. Es hört sich für mich auch so ein bisschen so an, als wenn wir hier im Mürnberger Land wahrscheinlich so ein bisschen an diese alte Bäckerzeit das haben wollen. Der hat ganz lange offen, ist immer da, hat eine große Auswahl und er hat vor allen Dingen mein altes Traditions, meine alten Produkte, die ich unbedingt haben wollte.

SPEAKER_00

Ich würde noch weiter.

SPEAKER_04

Ja, was sagst du noch weiter?

SPEAKER_00

Ich würde tatsächlich noch weitergehen und glaube, dass aufgrund der, ich sage jetzt einfach mal, Preisentwicklung bei Lebensmitteln, das Geld tatsächlich auch bei den Familien nicht mehr ganz so locker sitzt. Und dass, wenn man sich das anguckt, wie groß in den Discountern auch der Backanteil über die letzten Jahre geworden ist, in welcher Bereite, ja genau, in welcher Breite. Du kannst das Brot da schneiden und du gehst halt einkaufen und dann läufst du, es ist ja auch immer direkt am Eingang. Es ist ja immer gleich aufgebaut. Es schmeckt ja auch immer gleich nicht, so wie Warren eben sagt, dass das Mehl mit der Hefe Tag A so ist und Tag B so ist und es entsprechend immer auch ein bisschen. Einfach nach Handwerk, nach Handarbeit schmeckt. In den Discountern ist es immer gleich und auch der Preis ist immer gleich niedrig. Und ich glaube, die Bereitschaft innerhalb der Kundschaft ist, dass man nicht viel Geld dafür ausgeben möchte, oder im Umkehrschluss die Erwartungshaltung der ewigen Verfügbarkeit. Und das ist aber das, was Warren als kleiner traditioneller Bäcker, der eben wirklich noch mit Herz und Hand backt, der wahrscheinlich auch einen super fairen Lohn seinen Angestellten bezahlt, der darauf achtet, das ist nicht leistbar. Und als Gesellschaft finde ich es ganz schade, dass sich das da so hin entwickelt, weil es gibt ja ohne, also nicht ohne Grund eben keinen kleinen Fleischer mehr in den Orten. Und du hast vorhin gesagt.

SPEAKER_04

Die paar wenigen, die sich das dann leisten können und wollen, sind nicht so viele, dass man so eine ganze Stube.

SPEAKER_00

Genau.

SPEAKER_04

Okay. Ja, woran. Stimmt das, was wir so sagen? Passt absolut für das Bild?

SPEAKER_01

Das ist genau das, was ich vorhin gesagt hatte, mit das Bäcker-Handwerk hat sich kaputt gemacht, weil nämlich genau das passiert ist, was ihr gerade beschrieben habt, diese Verfügbarkeit, die immer eintönige Geschmacksrichtung von Broten. Das beste Beispiel ist eigentlich das Kürbiskernbrot. Das Kastenbrot kennt jeder. Das Kasten-Kürbiskernbrot kennt jeder. Das hatte, kriegt man bei Lidl für 1,99 Euro oder für 99 Cent, kriegt man in jedem Supermarkt. Aber auch irgendwann hat man das exakt dasselbe bekommen beim Bäcker, weil er sich einfach gemacht hat, keinen Bäcker mehr gehabt, weil keiner mehr den Job haben wollte oder machen wollte. Also hat er sich auch bei derselben Firma bedient mit den Tüten und hat exakt dasselbe Produkt produziert, nur halt muss er für 3,99 verkaufen anstatt für 1,99 Euro. Und somit hat sich, das ist das, was ich gesagt hatte, dass das Bäcker-Handwerk sich kaputt gemacht hat daran gehend. Was auch vollkommen okay ist. Irgendwann muss da auch mal diese Wende kommen und ich denke mal, meine Generation, ich bin nicht der Einzige, es gibt so viele andere geile Bäcker, die noch weitaus besser sind als ich, auch in Berlin. Wir sind quasi die neue Generation, die das umdenkt. Wir müssen zurück zu den Wurzeln und das komplette Bäckerhandwerk nochmal neu aufkrempeln, beziehungsweise sind wir gerade immer dabei, also immer noch dabei, das komplett umzukrempeln, obwohl es eigentlich nichts Neues ist. Das beste Kompliment war für mich von einem älteren Herrn, das schmeckt wie früher. Das war das beste Kompliment, was er mir machen konnte. Die Splitterbrötchen sind wie früher in meiner Kindheit.

SPEAKER_00

Aber genau da sehe ich euch auch oder auch dich, dass ihr so die Missionare seid, die da rausgehen und die auch die Geschmacksknospen wieder zurückdrehen, weg von der Industrie hinzu, dass eben jedes sein eigenes hat. Wenn du vorhin gesagt hast, preislich führst du diese Debatte, du kannst es ja, also das klingt jetzt bescheuert, aber rechtfertigen. Aber eigentlich ist es ja gar nicht rechtfertigen, sondern diese Produkte, die haben ja ihren Preis und dann kommt ja noch der Arbeitsaufwand mit dazu. Und das tut mir fast ernsthaft leid, dass du dich für so eine Preislage erklären musst.

SPEAKER_01

Ich will mich gar nicht mehr erklären. Das ist, ich bin unwesentlich, also ich glaube, ich bin nicht mal wirklich teurer als ich will, ich vergleiche mich gar nicht mit denen, mit zum Beispiel dem Supermarkt gegenüber. Wenn ich das machen würde, wenn ich mich mit denen vergleichen würde, dann könnte ich gleich einpacken. Wir haben trotzdem mal Tests gemacht, was Gewicht angeht.

SPEAKER_00

Sag mal.

SPEAKER_01

Meine Brötchen sind weitaus schwerer. Und wenn man es auf ein Gramm runterrechnet, lege ich wenig Cent über den Brötchen von anderen konventionellen Bäckern. Und machen mehr satt.

SPEAKER_00

Macht mehr satt und ist einfach regional. Wisst ihr, Support your local hero. Also Warren ist ja mit einer Mission hierher gekommen oder mit einer Vision, die jetzt zu einer Mission wird. Ich finde das ganz spannend und drückt euch dabei die Daumen. Und das ist einfach wirklich fast schade. Nee, das habe ich gehofft, dass du jetzt genau auf meinen Stimmungskiller jetzt irgendwas aufsetzt, wo du sagst, nee, aber genau das ist jetzt ja mein Antrieb.

SPEAKER_04

Du machst jetzt mit dem Plan, den du hast, weiter. Du wirst bestimmt noch ein bisschen rumspielen, was Zeiten angeht. Ja, vom Zeit noch einen Fall, ja. Vielleicht gibt es auch mal das eine oder andere Produkt, was dann vielleicht mal so, hier hat der Bäcker heute mal gemacht. Wie ist das eigentlich? Ich meine, du backst ja das Ganze, die ganzen Produkte, dann gehen sie in den Verkauf. Ich habe vorhin gehört, du bist dann immer noch in der Backstube. Du könntest quasi mal hochkommen, wenn du oben mal wieder einer abhöbelt. Aber du reinigst dann und machst dann sauber und bereitest für den nächsten Tag alles vor. Und dann macht ihr gemeinsam Feierabend oder bist du danach auch noch in der Feierabend?

SPEAKER_01

Nein, nein, nein. Also mittlerweile ist es so, dass ich bleib nicht bis abends 18 Uhr. Ich mache mittags gegen 14, 15 Uhr Feierabend und bin aber, dadurch, dass ich hier in der Nähe bin, immer abrufbereit, ne? Genau, also bis 18, 19 Uhr bin ich erreichbar und dann möchte ich aber meine Ruhe. Verstehe ich.

SPEAKER_00

Du schaltest dann auch ab. Also du schaffst es wirklich für dich in den Feierabend zu gehen. Nicht so wie im Job bei Sarah Wiener, dass es weiter rattert und du an dem nächsten Produkt tüftelst, sondern deine Produkte, so wie du sie jetzt anbietest, sind vollständig. Mich interessiert, sind nicht vollständig, erschüttelt den Kopf.

SPEAKER_01

Nein, also es wird mir. Was wollen wir Mühlenbecker? Es wird mir selber lang, weil ich, wenn ich das permanent sehen würde. Ich habe ja meine externe Denkwerkstatt ausliegen. Das ist einfach nur ein Buch, wo Leute reinschreiben können. Und da lese ich natürlich drin, ab und zu drin. Der Mondkuchen muss kommen, der wird auch kommen irgendwann. Dann habe ich das oft genug gehört. Das erste, was war, war Kümmel, Kümmelbrötchen und Kümmelbrot. Das war das Erste. Ich habe mich mal ein bisschen gewährt. Also ich liebe Kümmel, aber ich weiß auch, dass es speziell ist. Nicht jeder mag Kümmel. Und will man ein Randprodukt? Weiß ich nicht. Und trotzdem habe ich es gemacht. Mit einem Kunden, mittlerweile Stammkunden, haben wir das zusammen entwickelt. Er hat es von mir bekommen, er musste kosten und hat gesagt, ist zu wenig, ist zu wenig. Das ist so gut.

SPEAKER_00

Und das hast du bei diesen Riesen da draußen nicht. Wenn dein Produkt nicht mehr da ist, hast du halt Pech, suchst du einen Ersatz, aber ihr lebt das.

SPEAKER_01

Und der kommt jetzt immer zu mir. Und der holt sich dann jede Woche sein Kümmelbrot ab.

SPEAKER_00

Was sind die Produkte, die wir Leute im Mühlenbäckerland immer bei dir kaufen, was auch total schnell ausverkauft ist, sowohl bei Brotbrötchen als auch, du hast vorhin gesagt, Torten nicht, aber du hast ja trotzdem Kuchen. Was ist so der Dauerbrenner? Auf was stehen wir?

SPEAKER_01

Ich würde einfach mal sagen, Mama Sauerteigbrot, ein ganz normales Mischbrot, ist, glaube ich, der Klassiker. Das läuft eigentlich am besten. Danach ist das voller Korn. Das ist eigentlich eigentlich, wo die Leute am meisten gemeckert haben, dass das das teuerste Brot ist. Das läuft eigentlich am besten mit. Und es ist halt voller Körner, ne? Ich muss auch schon sagen, es ist schon geil. Also für mich auch. Also ich finde es. Zu dem der Streuselkuchen, da ist es aber saisonabhängig, was Wetter angeht. Kommen wir zum Wochenende, kommt mehr Kuchen, es ist kalt, schwierig. Und dann, wenn es kälter ist, werden mehr die herzhaften Sachen gegessen. Wenn es wärmer wird, kommt der Kuchen. Und ja, da muss man auch ein bisschen gegensteuern. Ich bin glücklich gewesen, dass ich dieses Jahr wenigstens ein paar Kilo Pflaumen bekommen habe. Es gab zwei oder drei, nee, eine Woche gab es Pflaumenkuchen. Genau, da stand ich mit meiner Familie hinten.

SPEAKER_00

Aber da können wir doch mal einen Aufruf machen. Also ich weiß zum Beispiel, dass bei uns in der Siedlung im Herbst gab es eine Info: ey Leute, wir haben viel zu viele Äpfel an den Bäumen. Kommt euch mal Äpfel holen. Also würdest du die Äpfel so aus all unserer Gärten nehmen und verarbeiten wollen oder würdest du wissen wollen, wo der Baum ist?

SPEAKER_04

Die Stieaufzeichnung des Kopfwackels müsst ihr jetzt gleich sehen. Ja, nein, nee, nicht so viel.

SPEAKER_01

Schwierig zu organisieren. Das ist schwierig zu organisieren, zu dem, weiß ich nicht, ob die hygienischen Bestimmungen da greifen. Da müsste man sich informieren.

SPEAKER_04

Und du brauchst auch eine Apfelsorte, die zum Backen auch gut geeignet ist. Also ich erinnere mich immer, die Boskop-Apfel ist immer so mit meiner Familie so der All-Time-Favorite, was Backen anging.

SPEAKER_01

Ich würde einfach alle zusammen mischen. Okay. Hat man einen einheitlichen Geschmack, wird also aufgekocht.

SPEAKER_00

Sehr cool. Also es war bei dir der Streuselkuchen, hast du gesagt, ist der Dauerbrenner. Und ist bei dir mehr Streusel als Kuchen oder mehr Kuchen als Streusel? Weil darum geht es ja.

SPEAKER_01

Je nachdem, wie wir Laune haben. Oder vorbestellt ist es.

SPEAKER_00

Ich möchte kommen, wenn Streuselaune ist.

SPEAKER_01

Nein, nein. Nein, wir geben uns natürlich immer Mühe. Also ich habe da auch mit Heiko schon gequatscht. Warum, du musst, du musst große Streusel drauf machen. Genau, klappt nicht immer. Also man muss auch gucken, wie, das ist wirklich, liegt wirklich an den Rohstoffen manchmal, dass wie extrem das Mehl die Feuchtigkeit saugt. Wenn es zu viel saugt, dann hat man kleinere Brösel. Das sind auch wieder ganz minimale Faktoren, die da greifen. Oder wenn ich meinen Kollegen mal nicht über die Schulter gucke, wenn er mal hier schnell arbeiten möchte. Aber eigentlich haben wir ein genaues Rezept, wir haben immer dieselbe Menge Streusel auf einem Kuchen. Das sind, es ist fast ein bisschen mehr als ein Kilo. Haben wir auf Streusel auf einem Kuchen. Genau.

SPEAKER_04

Wir kennen jetzt nicht das Verhältnis, wie groß das ist. So ein Kilo Streusel ist schon lecker.

SPEAKER_00

Also es klingt jetzt auch viel.

SPEAKER_01

Also man müsste ihn eigentlich mal angucken. Vielleicht sagen wir, lasse ich nicht lügen, es ist fast Hype-Hype, würde ich sagen. Das finde ich gut. Je nachdem, wie gut der Teig auch wieder kommt. Also ich persönlich mag es, wenn der Teig ein bisschen höher kommt, wenn er schön fluffig ist. Die Teig man jetzt auch immer dieselbe, auch da wieder, je nachdem, wie die Hefe arbeitet, wenn sie gut arbeitet oder wenn der Teig schön ausgeknetet ist, wenn das Mehl ordentlich stimmt, dann kann er auch schön hochkommen, da wird er schön fluffig. Dann beißt man quasi in Watte rein mit Streusel obendrauf.

SPEAKER_00

So gut.

SPEAKER_01

Aber das ist auch wieder die Krux, das klappt dich immer.

SPEAKER_00

Aber also, ja, ich habe jetzt ein bisschen Appetit. Ich habe noch eine Frage an dich, Warren. Wie würdest du dir vielleicht auch aus Sicht der Einwohnerinnen und Einwohner, aber auch von der Gemeinde Mühlenbäckerland, würdest du dir mehr Unterstützung wünschen oder bist du mit dem, wie es gerade läuft, total zufrieden und sprichst perspektivisch?

SPEAKER_01

Tief durchatmen. Ich bin eigentlich ein Typ, der versucht, es alleine zu regeln. Es fällt mir schwer, Hilfe anzunehmen. Weil ich dann das Gefühl habe, dass ich dann irgendjemandem was schuldig bin. Und es fällt mir schwer, Hilfe anzunehmen. Der Bürgermeister war schon da und meinte halt, wenn er Hilfe, wenn ich Hilfe brauche, soll ich Bescheid sagen. Andererseits war beim Wahlkampf halt auch jede einzelne Partei bei mir und ich habe gesagt, nee, mag ich nicht. Ich stelle mich für keinen hin, weil ich möchte dann keinen keinen Topf geworfen werden. Und das ist halt das Ding, wer hilft mir? Ich möchte einfach aufpassen, wer mir hilft und wer dahinter steht.

SPEAKER_00

Wie neutral das Ganze dann.

SPEAKER_01

Genau, ich möchte einfach neutral bleiben, weil Essen soll verbinden und nicht trennen. Ich möchte auch keine Politik reinbringen bei mir in die Backstube. Und deswegen versuche ich so viel wie möglich alleine zu machen. Beobachten. Beobachten ist wichtig. Ich höre auf meine Verkäuferin, auf die Worte, die die Kunden sagen. Genau, und darum geht es eigentlich. Einzig, wo ich noch nicht so ganz durchgeschaut habe, ist die ganzen Veranstaltungen hier. Ich habe immer das Gefühl, dass ich ein bisschen außen vor bin. Wenn so man fest ist oder man stand aufgemacht in der Königin. Und da ist es aber auch, weil ich gar keine Ahnung habe. Ich weiß nicht, wo ich gucken soll, wo ich mich informieren soll. Ich erfahre das dann immer nur an dem Tag oder einen Tag später, wenn es vorbei ist.

SPEAKER_04

Dann kommen wir wieder zu diesem großen und großen Veranstaltungskalender, den man schon gibt es zum Beispiel ein bisschen bei uns in der Gemeinde auf der Seite, aber so richtig ein Überblick. Das ist ziemlich unübersichtlich.

SPEAKER_01

Nicht leicht, ja. Nee, das ist das eigentlich, genau, eigentlich möchte ich mich ein bisschen breiter aufstellen und mehr Kontakte knüpfen. Genau, also ich bin offen, wenn man mir offen entgegenkommt. Also da bin ich, ich Quatsch gehabt.

SPEAKER_04

Also was ich unseren Hörerinnen und Hörern jetzt hier wirklich gerne mitgebe, was ich heute mitgenommen habe, ist, dass du offen bist für Gespräche, dass du offen für Kritik bist, du bist offen für Lob, du bist sogar offen dafür, dass du ein Wunschbrot mal ausprobierst und sogar herausfindest, ob es genau dieses Wunschbrot ist, was man sich denn so sehr wünscht. Insofern noch direkter geht es doch gar nicht.

SPEAKER_00

Ich auch.

SPEAKER_04

Noch mehr an dem, was du isst, du bist, was du isst.

SPEAKER_00

Das gibt es ja auch dieses Sprichwort von Warren hat ja eingangs gesagt, als er aus Berlin hierher gekommen ist, dass er von der Herzlichkeit und von dem Miteinander so angetan war, dass das also versucht wurde zu helfen. Und genau so finde ich arbeitest du. Zumindest macht es den Anschein, dieses mitgenommen und Teil dessen dann zu werden, das phänomenal, ja.

SPEAKER_04

Warren, gibt es noch irgendwelche Grüße oder vielleicht einen Aufruf an unsere Hörerinnen und Hörer da draußen, was deine Backstube angeht, das Backen selbst, vielleicht noch einen Gruß in die Küche nach da draußen?

SPEAKER_01

Nein, ich möchte mich auf jeden Fall erstmal bei meinen Kollegen und Mitarbeitern bedanken, dass die mein Aufruf damals war, dass ich verrückte Leute suche, die bereit sind, mit mir den Weg zu gehen. Dafür bin ich auf jeden Fall dankbar für die, wirklich für die verrückten Leute, die du bekommen. Also wirklich jedes Einzelne und dankbar auf das, dass das Schöder so tolle Schüler hat und Jugendliche, die auch wirklich genial mitarbeiten. Kenn ich nicht so nicht. Ansonsten. Sprichst du jetzt die Ferienarbeit an? Nö, ne, auch Samstag, Sonntag habe ich, also ich habe Schüler bei mir, die sich was dazu verdienen wollen. Das Tolle ist halt, die kommen alle mit einem Ziel. Die eine möchte einen Führerschein machen, die andere wollte jetzt, Julien wollte eine Weltreise machen, hat sich dafür Geld gespart. Und da bin ich gerne bereit, zu unterstützen. In Maßen. Also ich kann nicht jeden aufnehmen, das ist Fakt, aber denk mal, ab einem gewissen Zeitpunkt wird da für einige Leute immer wieder Platz werden. Nö, und ich wünsche mir, dass die Menschen mehr geduldig sind mit den Öffnungszeiten. Ich bin immer noch nicht am Punkt angekommen, wo ich hin möchte. Ich experimentiere immer noch rum. Ich weiß auch nicht, wo es jetzt dieses Jahr hingeht. Letztes Jahr war zwischen geil und ich höre auf, Gründerjahr halt, ne? Waren alles an Gefühlen dabei. Es war nie die Option aufzugeben, aber es gab halt Tage.

SPEAKER_00

Das Gefühl war da.

SPEAKER_01

Und ich weiß nicht, wo es dieses Jahr hingeht. Ich werde dranbleiben, aber ich bitte um Geduld. Dass das dann halt genau. Geduld und Verständnis, dass das mit den Öffnungszeiten, das ist halt wirklich der Punkt. Genau, ich werde mir Lösungen überlegen, wie ich so viele Leute wie möglich glücklich machen kann. Jeden kann ich nicht glücklich machen. Das ist Fakt.

SPEAKER_04

Wo finde ich denn die aktuellsten Öffnungszeiten? Wenn du da selber noch in der Google.

SPEAKER_01

Das ist so, wenn du was änderst, da steht es zuerst. Google Maps steht zuerst drin. Ansonsten, ich weiß, die ältere Generation ist vielleicht nicht bei Instagram, da mache ich es eigentlich relativ oft. Genau, Instagram und Google. Aber Google Maps hat, glaube ich, mittlerweile jeder. Jeder, der ein Smartphone hat, kann bei Google gucken. Ansonsten hängt es bei uns in der Tür drin. Also immer manchmal die enttäuschten Gesichter.

SPEAKER_00

Aber also ich würde mir auch was für Warren wünschen. Und zwar, dass der Bedarf oder der Wunsch nach der ständigen Verfügbarkeit, dass der aufhört für eben bestimmte Lebensmittel, bestimmte Geschäftszweige haben einfach Öffnungszeiten von bis. Und ich würde mir wünschen, dass die Leute das mehr in ihren Alltag einbinden und dann vielleicht den Einkaufsmarathon von hinten aufrollen und eben erst Brot, Brötchen und dann den Rest, wenn wir doch wollen, dass dieses Handwerk so diese Wertschätzung erfährt, der es, ja, die es verdient.

SPEAKER_04

Ja, da muss aber auch ein bisschen spontan sein. Also ich sehe zu oft Leute an der Gemüsetheke und es gibt es irgendwas nicht, und die sich dann tatsächlich richtig ärgern darüber, dass sie jetzt nicht das bekommen, was sie unbedingt haben wollen. Und ich stehe dann aber immer da und irgendwie so, okay, spannend, was mache ich denn sonst jetzt da rein? Und dann laufe ich durch den Laden und überlege, okay, mir einfach eine Alternative. Also das ist ein grundsätzlich ein ganz anderer Ansatz, sich davon nicht negativ beeinflussen zu lassen, weil gerade etwas nicht da ist, mehr oder weniger da ist, sondern einfach sagen, okay, spannend. Dann machen wir es heute halt mal anders.

SPEAKER_00

Total.

SPEAKER_04

Und da kann so viel Tolles mehr rauskommen.

SPEAKER_00

Naja, diese 24-7-Mentalität, die macht halt ganz viel kaputt und am Ende trifft es dann, so wie Warren sagt, die Gesundheit der Leute. Ob sie eben hinterm Tresen stehen, unten in der Backstube stehen oder aber auch der Endverbraucher da draußen, weil man ja gar nicht nie zur Ruhe kommt. Also, wir grüßen deine verrückten Angestellten. Grüßen. Ihr scheint da eine recht dufte Truppe zu sein. Oh ja. Ich wünsche euch einen ganz langen Atem.

SPEAKER_02

Ja, genau.

SPEAKER_00

Und ich möchte mich aber auch bei Heiko Lorenz wirklich von Herzen bedanken, der offensichtlich wirklich da auch so ein bisschen wie als Gründervater bei dir agiert und dir diesen Spielraum, deinen Spielplatz so ermöglicht.

SPEAKER_04

Und wenn jemals dein ursprünglicher Gedanke, den du damals hattest, als du ihn das erste Mal angesprochen hast, Backkurse zu machen, wenn das nochmal aufkommt, dann freue ich mich, wenn du vielleicht nochmal zu uns im Studio kommst und dann nochmal erzählst, weil der Wunsch mit Schülern was zu machen und dann sagtest du auch noch, du willst noch gerne einen Backkurs machen, das hört sich für mich nach einem ganz tollen Projekt an, was vielleicht auch mal irgendwann mal kommt. Und davon direkt so ein kleines Nicken kommst.

SPEAKER_00

Moment, Wehto. Da kommt Warren nicht zu uns ins Studio, sondern wie natürlich gehen wir dahin? Weil, also wir haben jetzt so viel gesprochen. Ich habe ja eingangs von diesem imaginären Duft gesprochen.

SPEAKER_04

Du weißt schon, wie wir dann aussehen mit so einem so einem Strümpfen über unseren Schuhen, Bartnetz, Haarnetz?

SPEAKER_00

Also Bartnetz wäre jetzt komisch bei mir. Ja, gut, ich spreche jetzt. Nein, aber na klar, mit allem, was dazugehört. Ja. Wir kommen zu dir, wenn du uns willkommen heilst.

SPEAKER_01

Okay.

SPEAKER_00

Doch, wir brauchen das für den Tag.

SPEAKER_01

Achso, diese Netzung, nein. Für den Tag mache ich extra die Bachschuhe für euch auf. Da kommt ja nichts in den Verkauf.

SPEAKER_04

Okay, herzlichen Dank für euer Zuhören. Herzlichen Dank, Lorene, dass du mit mir heute hier warst. Und Dankeschön. Danke für die Schwert. Spannende Geschichte.

SPEAKER_00

Danke für deine Ehrlichkeit, Warren. Das ist wirklich sehr ehrlich heute von dir gewesen. Und du hast uns mitgenommen auf diese Reise. Das würde sich so nicht jeder trauen.

SPEAKER_04

Ja, da wieder. Also, uns hört ihr bald wieder und Warren könnt ihr bald wieder sehen. Spätestens, wenn er das nächste Mal geöffnet hat. Und wo ihr das findet, wisst ihr jetzt bei Google Maps. Und damit sage ich Tschüss und ciao. Bis zum nächsten Mal.

SPEAKER_00

Tschüss und ciao.

SPEAKER_04

Halt mit Loren und Warren. Tschüss.

SPEAKER_00

Ciao.

Podcasts we love

Check out these other fine podcasts recommended by us, not an algorithm.

#ECHTJETZT | Realtalk Podcast Artwork

#ECHTJETZT | Realtalk Podcast

Loreen Tirado, Christine Bäker
#Lokalgeplänkel KIDS Artwork

#Lokalgeplänkel KIDS

Loreen Tirado
#Lokalgeplänkel Glienicke Artwork

#Lokalgeplänkel Glienicke

Sven Miram, Uwe Klein